Employer Branding & Recruiting mit Facebook – jetzt auch ohne DSGVO Risiko?

Christian Runkel Employer Branding / Arbeitgebermarken, HR Management

Facebook als Plattform für Branding & Recruiting

Viele Unternehmen nutzen Facebook mit einer dort publizierten Unternehmensseite, beziehungsweise, um im Sprachgebrauch von Facebook zu bleiben, über die sogenannte Fanpage. Da Facebook nun auch mit einem Stellenanzeigen-Modul verstärkt ins Recruiting eingestiegen ist, bietet es sich für Recruiter und Employer Branding Mitarbeiter an, verstärkt auf Facebook zu setzen, sofern dort die relevanten Zielgruppen erreicht werden können. Gerade im Hinblick auf die Facebook Strategie, ab 2020 weitestgehend nur noch Beiträgen mit Videos zu entsprechender Reichweite, auch bei Promotion-Beiträgen, zu verhelfen, ist für das Storytelling von Arbeitgebermarken und vakanten Position auf Facebook von hoher Bedeutung. Durch verschiedene Gerichtsurteile in jüngster Vergangenheit, kam es jedoch zu einer starken Verunsicherung hinsichtlich der DSGVO Richtlinien.

Datenschutzrechtliche Bedenken und Urteile

Nachdem der Europäische Gerichtshof (EuGH) Anfang Juni 2018 entschieden hat, dass die Betreiber von Facebook-Seiten datenschutzrechtlich neben Facebook verantwortlich sind, war zunächst einmal unklar, was dies für die Betreiber rechtlich bedeutet (EuGH, 05.06.2018 – C-210/16). Fast drei Monate passierte erst einmal nichts weiter.

Anfang September 2018 beschloss dann die Datenschutzkonferenz der deutschen Datenschutzbehörden (DSK), dass der Betrieb von Facebook-Seiten rechtswidrig sei und legte einen sogenannten Pflichtenkatalog in Form von Fragen vor. Dieser Beschluss wurde damit begründet, dass zwischen den Seitenbetreibern und Facebook eine notwendige Vereinbarung über die datenschutzrechtliche Verantwortung nicht vorläge (Art 26 DSGVO). Diese Vereinbarung („Page Controller Addendum„) hat Facebook kurz nach dem Beschluss der DSK, mittels einer Pressemitteilung, als Teil seiner AGB veröffentlich.

Die gute Nachricht lautet also, Facebook übernimmt die Verantwortung und will in der aktuellen Ergänzung der AGB die Anwendung der Regularien zur DSGVO weitestgehend sicherstellen. Facebook geht wohl die Verpflichtung ein, gegenüber den Nutzern der Auskunftspflicht gemäß DSGVO nachzukommen. Dies ist jedoch mit der Einhaltung von Verpflichtungen für den Betreiber der Fanpage verbunden. Darüber hinaus ergeben sich weitere Verpflichtungen für den Betreiber, im Hinblick auf einen Hinweis zur Datenschutzrichtlinie auf seiner Fanpage.

Da die gesamte Thematik für den Laien auch weiterhin nicht ganz einfach zu durchschauen ist, wir natürlich keine Rechtsberatung machen dürfen und wollen, und dieser Beitrag auch nicht als solcher zu verstehen ist, empfehle ich den folgenden Link zum Blog von Rechtsanwalt Dr. Schwenke.

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