Die 10 HR Trends 2019 – was wirklich zählt!

Christian Runkel Employer Branding / Arbeitgebermarken, HR Management, Rekrutierung

Personalrekrutierung braucht neu Impulse und verändertes Denken

Der Bundesverband der Personalmanager (BPM) hat die zehn Trends für Human Resources für 2019 festgemacht, die aus seiner Sicht die Personalarbeit in diesem Jahr prägen werden. Die große Überschrift der Themen könnte lauten: Im Mittelpunkt stehen die zunehmend digitalen Möglichkeiten und neuen Tools und ein sich weiter verschärfender Fachkräftemangel, der die Recruiter vor zwar nicht neue, aber sich verschärfende Herausforderungen stellt.

Die 10 HR-Trends in 2019

Das sind die Kernthemen die der BPM für 2019 sieht:

  1. Digital HR – Nutzen intelligenter Technologien ethisch ausloten
  2. Digitale Bildung – ein neuer Bildungskanon für die digitale Arbeitswelt
  3. Future of Work: zwischen Selbstverantwortung und Kollaboration
  4. Mitarbeitergewinnung als Kernherausforderung auf dem Bewerbermarkt
  5. Mitbestimmung 4.0: Der Betriebsrat als Partner für flexibles Arbeiten
  6. Diversity wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor
  7. HR als Potentialentfalter
  8. Führungskräfte sind als Vorbilder und Coaches gefragt
  9. Würdest du deinen Arbeitgeber empfehlen? Employee Experience und Employee Engagement stärken
  10. Betriebliches Gesundheitsmanagement als Anti-Entgrenzungs-Strategie

Mitarbeitgewinnung und Employee Experience

Wie immer lohnt ein Blick in die Detailaussagen mit einer anschließenden kritische Betrachtung. Der BPM kommt zu dem Ergebnis, dass die „eingefahrenen Rekrutierungsmechanismen erodieren, bisherige Karriereangebote nicht mehr ausreichend sind, um Fach-und Führungskräfte zu aktivieren. Bewerberansprache muss neu gedacht werden. Denn Talente wollen gefunden und individuell umworben werden.“Diese Erkenntnis ist sicherlich richtig, aber bei ehrlicher Betrachtung doch nicht wirklich neu. Diese Erkenntnis hätte man auch getrost bereits den Trends für 2018 zuordnen können.

Es bleibt die Frage, was das HR-Management in Vertretung ihres TOP-Managements denn tatsächlich auf den Weg bringt und umsetzt, um sich der zuspitzenden Herausforderung im Recruiting zu stellen. Mein persönlicher Eindruck aus 2018 ist, es wird viel in Angriff genommen. Aufgrund des Tagesgeschäftes aber meistens ohne klare Strategie. Zudem werden neue Prozesse und Innovationen vom Tagesgeschäft „zerfressen“. Dies gilt nach meiner Wahrnehmung ganz besonders für das Thema Employer Branding. Die häufigste Aussage, die ich in 2018 hierzu vernommen habe lautet „Wir machen schon Alles…aber gegen den Fachkräftemangel kommt man kaum an.“Ein Trend für 2019 sollte gerade für die Employer Branding Aktivitäten lauten: Nicht Alles machen, sondern das Richtige – und das konzentriert und professionell. Dies gilt gerade für mittelständische Unternehmen, bei denen jeder Schuß sitzen muss.

Viele HR-Manager setzen zunehmend auf Active Sourcing, um Talente von einem Wechsel zu überzeugen, wie der BPM weiter konstatiert.

Parallel zu den klassischen Ansprachewegen digitalisiert sich auch das Recruiting weiter. Ja, Active Sourcing scheint für zahlreiche Recruiter das Allheilmittel zu sein. Schaut man sich jedoch nach einiger Zeit die HR-Recruiting-Kennzahlen an, sofern vorhanden, dann merken Sie, dass sie an Grenzen stossen. Abgesehen davon, dass mir einige wechselwillige Bewerber im letzten Jahr berichtet haben, wie wenig vorbereitet manch Recruiter die „Direktansprache“ angeht und man eher abgeschreckt ist.

Zudem stellt sich doch die Frage, was nutzt das best gemeinte Active Sourcing, wenn das Produkt nicht glaubwürdig ist.
Genau diesen Aspekt greift der BPM in Trend 9 auf, dem Thema Employee Experience und Employee Engagement, und kommentiert dies wie folgt. Die Mitarbeiter/innen erwarten in einer Entscheidung für einen Arbeitgeber zunehmend individuelle Lösungen. HR lernt hier aktuell aus dem Marketing. Weg von der Prozessorientierung, hin zur Kundenorientierung. Meine Erfahrung aus der täglichen Praxis ist eine andere. Die Erkenntnis hierfür ist noch lange nicht gereift. Im hetzigen Alltagsstress neigt man eher dazu, so weiterzumachen wie bisher. ABER, die Aussage von Marketing und Vertrieb zu lernen ist richtiger denn je. Diesen Standpunkt vertrete ich schon seit geraumer Zeit. Denn Kundenorientierung ist das unabdingbare Kernelement für erfolgreiches Employer Branding. Der Lernprozess fängt bei der klassischen Marktforschung an, ich muss meine Kunden kennen und verstehen lernen. Dieser notwendige Change Prozess öffnet jedoch auch Fach- und Führungskräften die Augen, wie ich im Rahemn meines Vortrages bei den Luftfrachtmachern in Frankfurt feststellen konnte.

Über die dargestellten Aspekte diskutieren wir auch im Rahmen unserer neuen Veranstaltungsreihe der IMPULS LOUNGE Employer Branding. Hier geht es uns insbesondere um den vom BPM geforderten Mind Change im HR-Management, nämlich dem Lernen vom Marketing. Mehr Informationen zur ersten Veranstaltung am 5. Juni in Hamburg, bei der es um die Entwicklung und Umsetzung eines Marketing-Funnel bei der Arbeitgebermarken-Kommunikation geht, finden Sie HIER.

Im nächsten BRAND BLOG Beitrag werde ich das Thema Trends 2019 weiter vertiefen. Dann wird es um die Digitalen Trends im Social-Media-Marketing gehen. Hier gibt es sicherlich auch viele Aspekte aus denen wir für ein besseres Rekruting & Employer Branding lernen können.

Ihr Christian Runkel