Recruitment;

 

In den letzten Wochen und Monaten kann man es aus der Presse und dem Wortlaut unterschiedlichster Institutionen, Unternehmensverbänden und Forschungseinrichtungen immer wieder entnehmen:

 

Deutschland steht vor einem Arbeitskräftemanagel

Es gibt zwar immer wieder auch Stimmen, die dies in Zweifel ziehen. Aber solche Meinungen gehen unter. Meiner Meinung nach fehlt es bei diesem Thema, wie so oft, an der notwendigen Differenzierung und der Einbeziehung zukünftiger technischer Entwicklungen.

So war in dieser Woche in einem Artikel der ZEIT zu lesen:
„In Deutschland sind rund 1,1 Millionen Arbeitsstellen unbesetzt. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer sieht darin die größte Gefahr für die Wirtschaft.“

Wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung mitteilte, hat die Zahl der offenen Stellen in Deutschland einen neuen Rekord mit knapp 1,1 Millionen unbesetzten Arbeitsstellen erreicht. Im Vergleich zum ersten Quartal erhöhte sich die Zahl um 35.000 Stellen. Dabei gibt es einen großen Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland. Während im Westen 838.000 Stellen unbesetzt blieben, waren es im Osten rund 261.000 Stellen.
Darüber hinaus gibt es Untersuchungen, die davon ausgehen, dass in den nächsten zwei Jahren mehrere hundert Tausend neue Arbeitsplätze entstehen. Dies ist sicherlich erst einmal eine Datenkonstellation, die entsprechenden Forderungen nach Gegenmaßnahmen Nahrung gibt.

Fakt ist jedoch auch, dass

1. es große Unterschiede bei den Qualifikationen der offenen Stellen gibt,

2. es regional große Abweichungen gibt, von Branchendifferenzierungen ganz zu schweigen,

3. bei den Zukunfstbetrachtungen weitestgehend unberücksichtigt bleibt, inwieweit durch die Digitalisierung zukünftig entfallen, oder es zumindest zu erheblichen Qualifikationsverschiebungen kommen wird,

4. die notwendige Entwicklung von E-Mobilität in der Automobilindustrie zu deutlich weniger Arbeitsplätzen führen wird, auch wenn neue Produktionssegmente, Thema Batterien, entstehen werden.

 
Insofern ist doch bei aller notwendigen Thematisierung des Arbeitskräfemangels eine tiefergehende Differenzierung notwendig. Aus unserer beratenden Praxis kann aktuell eher von einem punktuellen Fachkräftemangel gesprochen werden, den wir auch in einigen Berufsfeldern der Logistik beobachten. Dies hat jedoch ganz unterschiedliche Gründe, die sowohl auf der Seite potentieller Bewerber, als auch bei den Unternehmen liegen. Insbesondere die kleineren und mittelständischen Unternehmen müssen sich neu ausrichten und positionieren, um für potentielle Mitarbeiter interessant zu sein. Das Image als Arbeitgeber und die Attraktivität von Arbeitsplätzen benötigen einen höheren Stellenwert.


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